NES Four Score vs. Third-Party Multitaps im 4-Spieler-Test
Wer an einem gemütlichen Abend mit drei Freunden “Super Spike V’Ball” oder “Nintendo World Cup” auf dem NES zocken will, kommt an einem Multitap-Adapter nicht vorbei. Das Original-NES hat schlicht nur zwei Controller-Anschlüsse, da beißt die Maus keinen Faden. Die zentrale Frage lautet also: Original Nintendo Four Score oder lieber ein Third-Party-Multitap? Die kurze Antwort: Das originale Four Score bietet die höchste Kompatibilität und Zuverlässigkeit. Günstige Nachbauten dagegen kämpfen nicht selten mit Verbindungsproblemen und einer eingeschränkten Spieleunterstützung.
Was ist das NES Four Score überhaupt?
Das Four Score erschien 1990 bei Nintendo und erweitert die beiden Controller-Ports des NES auf insgesamt vier. Man steckt es einfach in Port 1 und 2 der Konsole, fertig. Das Gerät bringt vier eigene Anschlüsse mit sowie einen zusätzlichen Expansion-Port für das NES Satellite, ein drahtloses Zubehör für bis zu vier Spieler, das heute eher ein Kuriosum unter Sammlern ist.
Wichtigste Eigenschaften:
- Unterstützt offiziell rund 20 NES-Spiele mit 4-Spieler-Modus
- Funktioniert auch an der NES-Konsole der zweiten Generation (Top-Loader)
- Erkennt automatisch, ob ein Spiel im 2- oder 4-Spieler-Modus läuft
Original Four Score: Stärken und Schwächen
Vorteile
- Maximale Kompatibilität: Nintendo hat die Spiele von Anfang an mit dem Four Score im Hinterkopf entwickelt. Entsprechend läuft es mit praktisch jedem offiziellen 4-Spieler-Titel ohne Zicken.
- Robuste Bauweise: Originale aus den 90ern überstehen oft Jahrzehnte, solange die Pins nicht korrodiert sind. Viele Exemplare funktionieren bis heute klaglos.
- Keine Software-Tricks nötig: Keine Treiber, keine Firmware-Updates. Einstecken, spielen, fertig.
Nachteile
- Preis und Verfügbarkeit: Gebrauchte Originale kosten je nach Zustand zwischen 25 und 60 Euro, Nintendo hat die Produktion längst eingestellt. Wer auf ein Schnäppchen hofft, braucht Geduld.
- Alterung der Elektronik: Nach über 30 Jahren können Kondensatoren und Lötstellen Probleme machen. Ein Reinigen der Kontakte mit Isopropanol ist dann fast schon Pflicht.
- Keine modernen Extras: Kein USB, keine Unterstützung für Nachbau-Controller mit abweichender Pinbelegung. Wer exotische Third-Party-Pads besitzt, könnte hier anecken.
Third-Party-Multitaps im Vergleich
Auf dem Retro-Markt tummeln sich diverse Nachbauten, etwa von Tomee, InnovAItion oder generische “NES 4-Player Adapter”, die man auf AliExpress und Etsy für ein paar Euro findet.
Typische Probleme bei Billig-Nachbauten
- Inkonsistente Signalverarbeitung: Manche Spiele erkennen den Adapter nicht sauber. Controller 3 und 4 reagieren verzögert oder gar nicht, mitten im Turnier-Modus durchaus frustrierend.
- Schlechte Pinqualität: Wackelkontakte sorgen für Aussetzer genau dann, wenn es spannend wird. Besonders ärgerlich bei kompetitiven Matches, wenn der vierte Spieler plötzlich stillsteht.
- Begrenzte Spieleliste: Einige Clones unterstützen nur die bekanntesten Titel wie “Nintendo World Cup”, scheitern aber bei selteneren Spielen wie “R.C. Pro-Am II”.
Wann lohnt sich ein Third-Party-Adapter?
- Bei knappem Budget (viele Nachbauten kosten 10 bis 20 Euro)
- Für gelegentliches Spielen ohne große Ansprüche an Stabilität
- Wenn ein seriöser Hersteller wie 8BitDo oder Retro-Bit gewählt wird. Hier gibt es tatsächlich solide Alternativen, die den Vergleich nicht scheuen müssen
Praktische Kauf-Checkliste
- Kontakte prüfen: Bei gebrauchten Four Score-Einheiten immer auf Oxidation an den Pins achten, oft reicht ein Blick mit der Handy-Taschenlampe.
- Bewertungen lesen: Bei Third-Party-Produkten gezielt nach Erfahrungsberichten zu Verbindungsabbrüchen suchen, nicht nur die Sternezahl zählen.
- Testspiele bereithalten: “Nintendo World Cup”, “Gauntlet II” und “Super Spike V’Ball” eignen sich hervorragend, um die 4-Spieler-Funktion auf Herz und Nieren zu prüfen.
- Rückgaberecht nutzen: Gerade bei No-Name-Adaptern lohnt sich ein Kauf mit Rückgabeoption. Lieber einmal zurückschicken als am Spieleabend blamiert dastehen.
FAZIT
Für absolut zuverlässige 4-Spieler-Abende bleibt das originale NES Four Score die sicherste Wahl, trotz höherem Preis und möglicher Alterserscheinungen. Wer sparen will, greift am besten zu einem etablierten Third-Party-Hersteller und testet vor dem großen Spieleabend unbedingt mit mehreren Titeln. Billigste No-Name-Adapter bergen das Risiko, ausgerechnet im entscheidenden Match auszufallen. Und das will bei einem geselligen Retro-Abend wirklich niemand riskieren.